Youtube hat sich in seiner über 10 Jahre währenden Geschichte sehr gewandelt. In den frühen Jahren stark von User-generated Content dominiert, als Katzenvideo-Plattform verschrien, kam aus den Schatten der Wohn- und Schlafzimmer das Phänomen der Online Influencer, in ihrer hiesigen Form YouTuber genannt, hervor, die große Teile der Content Industrie verändern sollten. Auf YouTube fanden Entwicklungen statt, die in ähnlichen Formen auch auf anderen Plattformen zu finden sind wie Multi-Channel-Networks (die sich bereits zum Großteil überlebt haben) oder Branded Channels. Mit Google im Rücken ist YouTube immer noch der Platzhirsch, auch wenn die Konkurrenz wächst. Wie immer man YouTube bezeichnet, als Suchmaschine, als Social Network oder Videoplattform, es ist immer noch die weltweit größte Anlauftstelle für Video Content.

 

Wie wird die Plattform von den Usern genutzt?

Die meisten sind wie überall passiv, dann je nach Engagement, gibt es einen Like, einen Kommentar oder sogar eine Share. Die wenigsten laden selber Content hoch. Austausch findet vor allem in den Kommentaren unter den Videos statt. Der Content ist so vielseitig, dass auf YouTube jedes Bewegtbild-Bedürfnis befriedigt werden sollte, außer natürlich alles, was in den USA als anstößig gilt. Die Empfehlungen in der rechten Leiste passen sich immer mehr den individuellen Bedürfnissen an und  sollen so die  Verweildauer auf der Plattform erhöhen.

 

Für welche Ziele eignet sich der Kanal?

Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Die höchste Währung ist natürlich Engagement. Ob das am Ende zu Imagegewinn führt, zu Abverkauf oder um in den Dialog mit Konsumenten zu treten, hängt sehr von der Zielsetzung und Ausgestaltung ab.

 

KPIs

Abonnenten, Views, Likes, Comments, Like/Dislike-Ration, Shares und eigentlich und vor allem viel wichtiger als Views: Die Watchtime -> Wie lange haben die Leute tatsächlich ein Video geschaut? Genauso relevant ist, wie lange man die User auch über ein Einzelvideo hinaus in seinem Kanal bzw. innerhalb seines Contents hält.

 

Bester Auftritt

Die „Late Late Show with James Corden“ hat YouTube perfekt genutzt. Eigentlich ist „Carpool Karaoke“ eine Rubrik innerhalb einer Show. Moderator trifft Künstler im Wagen, streift dessen Diskographie und hat im besten Fall eine gute Zeit.  Diese Rubrik allein promoted nun die Show und ihren Host global über YouTube. Die Rubrik selbst ist somit zu einem globalen „social phenomenon“ geworden.

 

Über die Autoren

Susanne Hillmer

Michael Kollatschny ist Managing Director Endemol Shine Beyond und Director Light Entertainment Endemol Shine Germany

Zuvor verantwortete er als Head of TV & Talent bei Twitter die Zusammenarbeit mit TV-Sendern, Produzenten und Künstlern. Von Januar 2013 bis Juli 2014 war er bereits als Head of Reality für Endemol Shine Germany (damals Endemol Deutschland) tätig. Weitere Karriere-Stationen waren die Produktionsfirmen creaTV, Brainpool TV und Fernsehmacher, sowie Kollatschnys eigene Firma, die Kollareuth Media GmbH.

Susanne Hillmer

Kristian Costa-Zahn ist Director Creation & Innovation bei Endemol Shine Beyond und produzierte seine ersten Online Video Formate bereits vor dem Launch von YouTube. Bis Januar 2018 war er über 11 Jahre bei der UFA, seit 2011 als Head of Creation des UFA LABs. Auf unterschiedlichen Plattformen realisierte er Content für Marken, u.a. Adidas, Smart, Deutsche Post, Sennheiser und Otto. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören neben einem ADC Award und mehreren Preisen bei den New York Festivals auch ein International Emmy.

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