Es ist naheliegend, dass das Buzzword „Content Marketing“ in der heutigen Zeit, in der Aufmerksamkeit als neue Währung gilt, für Unternehmen relevanter denn je wird. Im Kampf um Reichweite und vor dem Hintergrund zunehmender Werbereaktanz müssen Konsumenten Anreize geboten werden, sich mit den Inhalten einer Marke auseinanderzusetzen.

So sehr Content im Online-Marketing-Kontext jedoch auch an Relevanz gewonnen haben mag, das Prinzip ist kein vollkommen neuartiger Ansatz. An und für sich bedeutet Content Marketing ja vor allem eines: die Interessen und Bedürfnisse der Konsumenten treten in den Vordergrund und durch bereichernde Inhalte soll dem potenziellen Kunden ein echter Mehrwert geboten werden. Dieser dient wiederum als Anreiz, sich aktiv mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen und verhilft den Marken folglich zu mehr Reichweite und vor allem Relevanz. Content Marketing macht den Konsumenten empfänglicher und ebnet den Weg für weitere Marketing-Maßnahmen. Der Fokus liegt im besten Falle auf einer ganzheitlichen Kundenbeziehung, die nicht primär auf Produktverkäufe ausgelegt ist, sondern vielmehr das Unternehmen als Experte am Markt etabliert und somit langfristige Wettbewerbsvorteile verschafft. Ob dieser Mehrwert unterhaltsamer, interaktiver, beratender oder informierender Natur ist, bleibt letztlich der Marke selbst überlassen.

 

Content Marketing ist mehr als SEO

Die Erstellung von Content und Suchmaschinenoptimierung (SEO) gehen heutzutage Hand in Hand. Ergibt Sinn. Content Marketing jedoch auf Online Marketing zu beschränken oder gar mit Social-Media-Marketing oder SEO gleichzusetzen, wird dem Ansatz nicht gerecht.

Wir haben es mit einem viel umfassenderen strategischen Ansatz zu tun, der unzählige Ausgestaltungsformen und Medienkanäle zulässt – online und offline. Content kann in Form von Texten, Bildern, Grafiken, Videos, Podcasts oder sogar Events generiert werden. Content Marketing ist an kein Medium gebunden. Damit hat es das Potenzial sowohl Online- als auch Offline-Marketing-Maßnahmen zu unterstützen.

 

Sag JA zu Print

Content Marketing in Online Medien weist klare Vorteile auf, die nicht von der Hand zu weisen sind: mithilfe von beispielsweise Videos lassen sich verhältnismäßig leicht Emotionen transportieren und das Potenzial für virale Effekte sowie User-Generated-Content ist enorm.

Jedoch zeigen immer mehr Studien, dass Konsumenten gegenüber Online-Werbung prinzipiell kritischer eingestellt sind, während sie Printinhalte als glaubwürdiger und weniger störend empfinden – so auch die aktuellen Erkenntnisse des Axel Springer Verlags.

Warum also nicht die jeweiligen Vorteile optimal ausschöpfen, die Customer Touchpoints erhöhen und die Content-Marketing-Strategie crossmedial gestalten – über Online- und Offline-Kanäle?

Besonders TV- und Internetwerbung wird als störend empfunden.
Quelle: https://de.statista.com/infografik/9638/stoerende-und-hilfreiche-werbung/

Die Generierung wertvollen Contents bietet die optimale Chance, mit dem eingestaubten Image von Print aufzuräumen. Die Zeiten in denen Unternehmen schlichtweg versuchten ihr Logo ins Blickfeld der Konsumenten zu drängen sind vorbei. Mehr Mehrwert lautet das Motto!

Von Checklisten über Anleitungen, Kreuzworträtsel, Infografiken, Malen-nach-Zahlen hin zu fachspezifischen Witzen – hier ist Kreativität gefragt!

Auch wenn im Content Marketing Owned Media wie beispielsweise Anleitungen für potenzielle Kunden oder eigene Kundenmagazine mit fachspezifischen Thematiken (Red Bull macht es mit The Red Bulletin vor) im Fokus stehen – auch Paid Media wie innovative Banner können das Seeding von bereicherndem Content unterstützen – Content Marketing bietet unzählige Umsetzungsmöglichkeiten.

Spätestens seit Print-Anzeigen auch scannbar sind, eignen sie sich hervorragend für crossmediales Storytelling, das der Zielgruppe langfristig im Gedächtnis bleibt.

Pizza.de macht vor, wie sich Content spielerisch auch in Print-Bannern umsetzen lässt, mit denen das Unternehmen in Studenten-Lernskripten wirbt. Es stellt dabei die Anpreisung seines Leistungsversprechens bewusst hinten an und setzt stattdessen auf frische Inhalte. Der kostenlose Mehrwert für die studentische Zielgruppe besteht hier in Interaktion und unterhaltsamer Ablenkung während der Lernphasen. Mit seinem Markenlogo stellt Pizza.de sicher, dass der Content auf die Marke einzahlt.

Beispiel für gelungenes Branding im Studenten-Marketing
Quelle: Delivery Hero in PlusPeter-Skripten

Content Marketing ist nicht nur Abverkauf

Doch nicht nur in der Produktvermarktung auch im Employer Branding und Recruiting lässt sich die Unternehmensbekanntheit mit Content-Marketing-Strategien langfristig steigern.

Ebenso wie Print-Medien ist auch dies ein Aspekt des Content-Marketings, dessen Potenzial bisher nur von wenigen Unternehmen voll ausgeschöpft wird. Während der Marketingstrategie oftmals erhebliches Interesse entgegengebracht wird, lassen die Bemühungen und innovativen Ansätze in Bezug auf Employer-Branding-Maßnahmen leider oft noch immer zu wünschen übrig – und das trotz Fachkräftemangels und offener Vakanzen.

Content bietet Unternehmen die Chance, sich als Experte ihres Fachgebietes zu präsentieren und sich so nicht nur die Aufmerksamkeit passiver, potenzieller Kandidaten zu verschaffen, sondern vor allem auch bereits frühzeitig angehende Akademiker und Fachkräfte auf sich als Arbeitgebermarke aufmerksam zu machen.

Denn auch im Personalmarketing dürfen Unternehmen eine Machtverschiebung zugunsten der Arbeitnehmer nicht länger ignorieren und müssen sich langfristig überlegen, wie sie sich mit interessanten, bereichernden Inhalten Wettbewerbsvorteile im Recruiting verschaffen können. Um die Kandidaten zu erreichen, sollten Unternehmen überlegen, auf welche Weise sie deren Wünsche ansprechen können, anstatt schlichtweg ihre eigenen Anforderungen in den Mittelpunkt zu rücken. Wer zeigt, dass er die Wünsche seiner Zielgruppe versteht, dem werden langfristig auch bessere Arbeitgeber-Qualitäten unterstellt. Stellenanzeigen sind nützlich – ihnen vorangehen sollte jedoch wertvoller Content, der ein starkes Arbeitgeberimage fördert. Im War for Talents – besonders in Bereichen wie IT – ist es für Unternehmen essenziell die Bedeutung von Early Branding und Content Marketing zu verstehen.

 

Konsistent bleiben

Für welche Kommunikationskanäle auch immer Unternehmen sich entscheiden – crossmediale Strategien sind aufgrund der erhöhten Customer Touchpoints zwar zu empfehlen, es muss aber stets ein einheitliches Storytelling sichergestellt werden. Denn nur durch ein konsistentes Auftreten wird der Content langfristig auf die Marke einzahlen.

Über die Autorin

Sophie Stapper gehört zum B2B-Marketing-Team der PlusPeter GmbH.
Das junge Berliner Start-Up ist der Experte im Studentenmarketing. Unter anderem druckt es kostenlos Lernskripte für Studierende und ermöglicht Unternehmen so crossmediale Kampagnen zu schalten, um Akademiker von Morgen zu erreichen – ob im Bereich Produkt-Marketing oder Employer Branding.