Der nächste Artikel steht an – und es fehlt an einer zündenden Idee? Dann versuchen Sie es doch einmal mit der richtigen Technik: Diese hilft uns dabei, Gedanken neu zu sortieren und gewohnte Denkmuster aufzubrechen. Auch langweilige Meetings bekommen durch spielerische Elemente neuen Schwung.

Die folgenden Techniken sind praxiserprobt und brauchen kaum Material – auch in unseren Schreib-Workshops sorgen sie für kreative Aha-Erlebnisse. Und sie lassen sich alleine, in kleinen oder großen Gruppen anwenden.

 

ABC-Darium: Brainstorming mit Methode

Wer als Kind Stadt-Land-Fluss gespielt hat, wird diese Technik lieben. Einfach die Buchstaben des ABCs untereinanderschreiben, ein passendes Oberthema wählen und Wörter mit diesen Anfangsbuchstaben finden. Die Buchstaben x und y dürfen dabei übrigens ausgelassen werden.

Ob alleine oder in der Gruppe: Sie werden überrascht sein, welche unterschiedlichen Begriffe Ihnen innerhalb von kurzer Zeit einfallen. Dabei muss die Liste gar nicht vollständig sein – ein kurzer Zeitraum von 5 – 10 Minuten reicht völlig aus, um überraschende Assoziationen zu erhalten.

Diese ABC-Listen wurden von Vera F. Birkenbihl entwickelt und eignen sich auch super zum Sprachenlernen.

 

Lull‘sche Leitern: Kombinieren erwünscht

Eine Weiterentwicklung des ABC-Dariums: Erstellen Sie eine ABC-Liste zu Ihrem Oberthema und parallel dazu eine zweite ABC-Liste, deren Oberbegriff nicht zum Suchthema passt. Kombinieren Sie nun beide Listen und finden Sie Gemeinsamkeiten, Unterschiede oder Analogien. Das spannende an dieser Technik: Unser Gehirn muss in großen Zusammenhängen denken und Beziehungen herstellen, die es vorher noch nicht gab. Dabei entsteht ganz von alleine etwas Neues.

Besonders gut geeignet für abstrakte Themen, die mit einem passenden Wortpartner mehr Bildhaftigkeit bekommen.

 

Kopfstandmethode: Finden Sie alle Haare in der Suppe

Hier ist der Einstieg leicht, denn es gibt keinen Erwartungsdruck. Finden Sie zunächst keine Lösungen – sondern verschlimmern Sie Ihr Problem. Besonders dann gut, wenn Sie gerade das Gefühl haben, dass Ihnen nichts gelingt.

Schreiben Sie zum Beispiel einen Artikel so, dass ihn garantiert niemand liest: Welche Überschrift wäre die langweiligste aller Zeiten? Gibt es total uninteressante Details, für sich kein Leser interessiert? Wie muss ein Angebot sein, damit dieses niemand annimmt?

Suchen Sie dann in einem zweiten Schritt eine mögliche Lösung. Das überraschende: Es zeigen sich plötzlich neue Ideen, auf die Sie sonst niemals gekommen wären.

 

Schreibtisch ade: Inspirationen von außen nutzen

Sorgen Sie immer wieder für eine kreative Umgebung: Die wenigsten Ideen entstehen am Schreibtisch vor einem Monitor. Laufen Sie herum, nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang draußen oder werfen Sie einen Blick in Ihre Umgebung. Schon ein Supermarkt bietet eine Menge Inspiration. Vielleicht finden Sie an der Kühltheke die Idee für Ihren nächsten Artikel.

Über die Autorinnen 

Ania Dornheim und Sabine Krippl von Textwende unterstützen Redaktionen, die Content-Qualität nachhaltig zu verbessern und Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Die Texterinnen und Trainerinnen sind auch regelmäßig auf den SCM-Praxistagen mit Workshops dabei. Beispielsweise wird Sabine Krippl den Workshop „Schreiben für Onlinemedien“ bei den Praxistagen Social Media und Onlinekommunikation leiten.