Ich konnte an der CONTENTIXX 2018 teilnehmen und dabei in 10 Sessions geballtes Content-Marketing-Wissen erfahren. Meine Learnings möchte ich allen Interessierten nicht vorenthalten und deshalb hier vorstellen.

Tag 1 (27. Februar 2018)

Langweilige Branche? So findest du trotzdem spannenden Content!

Content-Formate entlang der Customer Journey

The Nuts & Bolts of Content Marketing: How to Create Content That Generates ROI

SEO Content bei OTTO: Skalieren ohne Qualitätsverlust

15 Tipps wie Du Content auf User Engagement optimierst

 

Tag 2 (28. Februar 2018)

Der Content Marketing Code – So verzahnst du deine Website, Facebook, YouTube & Co

Content-Veredelung – Nutze deine Trafficpotenziale richtig!

Wenn Scheitern keine Option ist: Projektmanagement, Checklisten & Workflow führen zum Erfolg

30 Learnings aus 300 Content Marketing Kampagnen

Sexy Online Marketing for non-sexy products

 

 

Langweilige Branche? So findest du trotzdem spannenden Content! 

Sarah-Yasmin Fliess (exali GmbH) weiß als Redaktionsleiterin eines Versicherungsportals, wie man auch in einer vermeintlich langweiligen Branche erfolgreiches Content Marketing praktiziert.

Nur wer seine Zielgruppe kennt, kann gelungenen Content erstellen und an den richtigen Stellen platzieren. „Was ist meiner Zielgruppe wichtig?“, „Wo im Web ist meine Zielgruppe unterwegs?“ – Dies sind zentrale Fragen, die bei der Themenplanung beantwortet werden müssen. Und dabei ist eines klar: Die Leser möchten Informationen und keine plumpe Werbung.

Tipps für spannende Texte:

  • Wecken Sie Interesse, indem Sie die Lösung zu einem Problem versprechen.
  • Ungerade Zahlen wirken interessanter als gerade Zahlen (z. B. 7 Tipps für …).
  • Tipps und Anleitungen sind beliebt.
  • Verraten Sie Ihrer Zielgruppe nicht nur, was sie tun sollte, sondern auch, was sie nicht tun sollte (z. B. Diese 5 Dingen sollten sie nicht machen, …).
  • Arbeiten Sie mit Experten zusammen.
  • Bilder, Zitate, Infografiken und –boxen lockern Texte auf.

Außerdem hat Sarah-Yasmin Fliess eine Reihe praktischer kostenloser Tools empfohlen, mit denen Sie Ihren Content aufbessern können:


 

Content-Formate entlang der Customer Journey

Jeder Nutzer steigt individuell über verschiedene Touchpoints in seine Customer Journey ein.  Philipp Voß (diva-e) hat erklärt, wie diese Touchpoints durch Content genutzt und verbunden werden können.

Relevanter Content soll Mehrwert und Nutzen bieten – Diese Phrase findet sich in jedem Content-Marketing-Ratgeber. Aber wie schafft man relevanten Content? Zum einen indem man die Anforderungen seiner Zielgruppe beachtet.

Außerdem sollte man sich fragen, an welchem Punkt der Customer Journey der Nutzer auf den Content stößt. Verschiedene Zielgruppen haben außerdem unterschiedliche Anforderungen an den Content. Personas sind eine wichtige Stütze, um sich in den Nutzer hineinversetzen zu können.

Indem man Content-Formate miteinander verknüpft, kann man den Nutzer durch seine Customer Journey begleiten. Wenn der Nutzer die eigene Website im Laufe der Customer Journey verlässt, bedeutet dies nicht zwangsläufig einen Abbruch.


 

The Nuts & Bolts of Content Marketing: How to Create Content That Generates ROI

Ashley Ward (SEMrush) hat übersichtlich erläutert, was bei der Erstellung und Erfolgsmessung von Content beachtet werden sollte.

Qualität geht vor Quantität
Es ist nicht wichtig, dass der Content in einem bestimmten Rhythmus publiziert wird. Der Fokus sollte darin liegen, hochwertigen Content zu schaffen.

Mobile Keywords und Desktop-Keywords
Der mobile Suchprozess unterscheidet sich von der Suche am Desktop. Häufig werden bei der Suche mit mobilen Geräten kürzere Keywords verwendet als am Desktop. Diesen Aspekt sollten Sie bei der Keyword-Recherche immer beachten.

Wie viel Zeit hat die Content-Produktion in Anspruch genommen?
Bei der Erfolgsmessung wird laut Ashley Ward häufig ein wichtiger Aspekt vergessen. Man sollte stets erfassen, wie lange die Produktion des Contents gedauert hat. Nur so kann ermittelt werden, ob eine Content-Marketing-Kampagne die Arbeitskosten decken konnte.

Definieren Sie Ihre Schlüsselmetriken
Abhängig davon welche Art von Content man produziert, sollte man verschiedene Metriken zur Erfolgsmessung verwenden. Während bei einem Blog-Artikel Verweildauer, Website Traffic, die Anzahl neuer Nutzer und die Absprungrate wichtige Messgrößen sind, sollte bei einem Podcast der Fokus auf der Hörlänge, neuen Abonnenten und Shares liegen.


 

SEO Content bei OTTO: Skalieren ohne Qualitätsverlust

Ann-Katrin Bünten und Lisa Krauter haben einen spannenden Einblick in den Redaktionsprozess von Otto gegeben. Über 4.000 Texte gibt es bei Otto zu pflegen – und es werden natürlich noch mehr.

MVP

Bei der Content-Planung ist bei Otto stets die MVP-Kette im Blick.

Dabei steht
M für Merkmal,
V für Vorteil und
P für den persönlichen Kundennutzen.

Anstelle von bloßen Produktmerkmalen wird der persönliche Nutzen für den Kunden herausgearbeitet.

Kurz und knackig: Die 5 wichtigsten Learnings von Otto

  1. Qualitätssicherung ist nicht das Ende, an dem man sparen sollte!
  2. Ohne Briefings geht es nicht!
  3. Customer first!
  4. Automatisieren Sie in skalierbaren Systemen, lassen Sie aber nie die Qualität aus den Augen!
  5. Prios: Weniger ist mehr!

 

15 Tipps wie Du Content auf User Engagement optimierst

Jeder Content Marketer wünscht sich, dass sich die Zielgruppe mit den Inhalten auseinandersetzt. Fionn Kientzler (Suxeedo GmbH) hat uns 15 hilfreiche Tipps gegeben, wie man seinen Content auf das User Engagement optimieren kann. 3 davon möchte ich Ihnen vorstellen.

Listicles
Menschen sehnen sich nach Informationen. Diesem Bedürfnis kann man mit Listicles entgegenkommen. Listicles sind Artikel, die wie eine Aufzählung (Liste) aufgebaut werden. Typische Titel für solche Artikel sind z. B. „7 Dinge, die jeder Content Marketer wissen muss“, „5 Gründe, warum Sie Listicles nutzen sollten“.

Lernmoment im Titel
Auch bei diesem Tipp kann man sich das Bedürfnis nach Wissen zu Nutze machen. Indem schon der Titel eines Artikels ein Lernmoment enthält. Solche Titel können folgendermaßen lauten: „Was Sie von … lernen können“, „Warum Sie … wissen sollten“.

Snackable Content
Inhalte, die sich schnell und einfach konsumieren lassen, nennt man auch Snackable Content. Dazu gehören beispielsweise kurzweilige Bewegtbildinhalte oder Bilder wie Memes und GIFs. Solche Inhalte setzen sich in den sozialen Medien verstärkt durch – nicht umsonst wird Instagram immer beliebter.

Auch in Ihre Blogartikel können Sie Snackable Content einbauen. Ist Ihnen die Produktion von Videos zu aufwendig, kann auch eine Slideshow ein interessantes Content-Format sein.


 

Der Content Marketing Code – So verzahnst du deine Website, Facebook, YouTube & Co.

Eines ist mir in der Session von Severin Lucks (delucks.com) besonders in Erinnerung geblieben: Man sollte sich von Plattformen wie YouTube und Facebook nicht zu abhängig machen. Eine eigene Website ist ein Muss für jedes Unternehmen.

Trotzdem kommt natürlich auch kein Unternehmen an Social Media vorbei. Es ist deshalb clever, seine Website mit den Social-Media-Plattformen zu verknüpfen. Ein Beispiel dafür sind in die Website eingebettete YouTube-Videos. Hat man einen spannenden Artikel auf seiner Website, sollte man diesen auf Facebook nur anteasern und noch nicht zu viel verraten.

Außerdem kann es strategisch sinnvoll sein, innerhalb von Kampagnen Landingpages zu erstellen und die Nutzer auf diese zu führen. McDonald´s wirkt mit der Kampagne zur „Wahrheit“ beispielsweise Fake News über das eigene Unternehmen entgegen. Natürlich sind solche Landingpages auch aus der SEO-Perspektive sehr nützlich.


 

Content-Veredelung – Nutze deine Trafficpotenziale richtig!

Neuen Content zu schaffen ist wesentlich aufwendiger als bereits vorhandenen Content zu überarbeiten. Mario Jung (ReachX GmbH) hat daher erläutert, wie man schnelle Erfolge durch die Modifizierung seines Contents erlangen kann.

Neue Trafficpotenziale durch Keyword-Recherche
Hat man eine Vielzahl von Artikel kann man schnell die Übersicht verlieren. Sie sollten daher prüfen, ob Sie mehrere Artikel haben, die auf das gleiche Keyword ranken. Zudem sollten Sie kontrollieren, ob die gewählten Keywords wirklich noch sinnvoll sind.

Texte erweitern
Prüfen Sie, ob Ihre Texte ergänzt werden können. Fügen Sie beispielsweise neue Absätze hinzu oder veranschaulichen Sie ihn durch Bilder und Videos. Vor allem bei längeren Artikel stellt ein Inhaltsverzeichnis eine sinnvolle Optimierung dar.

Überschriften ändern
Kommen Ihre Keywords in den Überschriften Ihrer Artikel vor? Wenn nicht sollten Sie darüber nachdenken, dies zu verändern. Auf diese Weise könnte sich das Ranking Ihres Artikels verbessern. Je näher das Keyword am Anfang der Überschrift ist, desto besser. ABER: Die Überschrift muss natürlich immer noch sinnvoll klingen.


 

Wenn Scheitern keine Option ist: Projektmanagement, Checklisten & Workflow führen zum Erfolg

Niels Dahnke (MADSACK) hat erläutert, warum Projekte scheitern und was man dagegen tun kann.

Diese Punkte sind wichtig für das Gelingen von Projekten:

  • Setzen Sie realistische Ziele
  • Gehen Sie bei Persona-Definitionen vielschichtig vor (und berücksichtigen Sie das Ziel des Geschäftsführers!)
  • Die Kommunikation zwischen allen am Projekt beteiligten muss klar und unmissverständlich sein
  • Handlungsoptionen und Verantwortlichkeiten müssen klar definiert sein
  • Saboteure einfangen und mitnehmen
  • Workflows und Tools müssen zum Projekt passen

 

30 Learnings aus 300 Content Marketing Kampagnen

Christian B. Schmidt (digitaleffect) hat seine Erkenntnisse aus 300 Content Marketing Kampagnen vorgestellt. Viele seiner Learnings sind natürlich schon bekannt. Nichtsdestotrotz sollte man sich diese bei der Entwicklung einer neuen Kampagne ins Gedächtnis rufen.

Dies sind einige der wichtigsten Faktoren für gelungene Content-Marketing-Kampagnen:

Content-Strategie

  • Definieren Sie Multiplikatoren im Vorfeld
  • Bieten Sie Ihrer Zielgruppe echten Mehrwert
  • Suchen Sie Keywords mit möglichst geringem Wettbewerb

Content-Erstellung

  • Sortieren Sie Inhaltsverzeichnisse nach Relevanz
  • Beziehen Sie frühzeitig Experten mit ein
  • Schreiben Sie pro Artikel mehr als 1.000 aber weniger als 10.000 Wörter

Landingpage-Erstellung

  • Machen Sie sich zunächst eine Skizze mit Papier und Stift
  • Vergessen Sie die Conversion-Elemente nicht
  • Binden Sie keine Werbung ein

Content-Seeding

  • Sprechen Sie mehr als 100 Kontakte an
  • Verifizieren Sie E-Mail-Adressen vor dem Mailing
  • Senden Sie Reminder

 

Sexy Online Marketing for non-sexy products

Jan Brakebusch (Liebscher & Bracht) und Kerstin Reichert (TSB Bank) haben sich zusammengetan und gezeigt, wie gelungenes Online Marketing für nicht so „attraktive” Produkte aussieht.

Und eines konnte man daraus ganz klar lernen: Auch, wenn ein Unternehmen auf den ersten Blick nicht die spannendsten Produkte bietet, kann es großartige Marketing-Kampagnen entwickeln.

Das „Schmerzlexikon“ von Liebscher & Bracht ist beispielhaft für solch gelungenen Content. Zahlreiche Menschen informieren sich online über Schmerzen und Behandlungsmöglichkeiten.

Liebscher & Bracht hat deshalb ein Lexikon mit den traffic-stärksten generischen Schmerzzuständen aufgebaut. Mittlerweile findet man im Lexikon geballtes Wissen zu über 50 Schmerzarten und –zuständen.